Wer eine notarielle Beurkundung braucht, recherchiert sein Anliegen selten zwischen neun und zwölf Uhr vormittags. Der Erbe sichtet die Unterlagen der verstorbenen Mutter am Sonntagabend. Das junge Paar bespricht den Kaufvertrag für die erste Eigentumswohnung nach Feierabend. Genau in diesen Momenten entsteht der Impuls, beim Notariat anzurufen. Ein Notariat, das nur während der klassischen Sprechzeiten ans Telefon geht, ist in diesen Momenten nicht erreichbar, und der Anrufer wählt die nächste Nummer. Die Frage, ob ein Notariat 24/7 erreichbar sein sollte, ist deshalb keine Komfortfrage, sondern eine Frage der Mandatsanbahnung.
Dieser Beitrag ordnet ein, warum Erstkontakte zunehmend außerhalb der Bürozeiten entstehen, welche strukturellen Engpässe einer dauerhaften Telefonbesetzung im Weg stehen und wie ein KI-Telefonbot die Lücke schließt, ohne dass eine Kanzlei zusätzliches Personal einstellen muss. Adressiert sind Notare sowie Bürovorsteher und Kanzleileitungen, die über eine erweiterte Erreichbarkeit nachdenken.
Warum ein Notariat 24/7 erreichbar sein sollte
Mandanten erwarten heute Erreichbarkeit auch in Randzeiten, und das Telefon bleibt dabei der mit Abstand vertrauenswürdigste Kanal. Laut dem Kundenservice Barometer 2024 (Armonia Deutschland) vertrauen 89 Prozent der Konsumenten dem Telefonkanal, gegenüber nur 43 Prozent bei Chatbots. Für 65 Prozent ist eine schnelle Erreichbarkeit ein zentrales Kriterium, und 50 Prozent erwarten am Telefon eine Verbindung in maximal vier Minuten.
Dass Erreichbarkeit nicht an der Büroschließung endet, zeigt eine weitere Erhebung. Laut Bitkom (2024) bleiben 50 Prozent der Berufstätigen sogar im Jahresend-Urlaub dienstlich ansprechbar, davon 41 Prozent per Telefon. Wenn schon der berufliche Alltag durchgehende Erreichbarkeit normalisiert, übertragen Mandanten diese Erwartung auf die Dienstleister, mit denen sie zu tun haben.

Notarielle Anliegen sind emotional aufgeladen und zeitkritisch
Viele Anliegen, die ein Notariat erreichen, entstehen aus einer akuten Lebenssituation: ein Todesfall in der Familie, ein zeitlich gebundenes Immobiliengeschäft, eine Vollmacht vor einer geplanten Operation. Solche Anlässe lassen sich nicht auf den nächsten Werktagvormittag verschieben, ohne dass der Anrufer Unsicherheit empfindet. Wer in dieser Lage niemanden erreicht, sucht weiter.
Wann genau Mandanten beim Notar anrufen
Die meisten privaten Erstkontakte fallen in die Tagesrandzeiten und auf das Wochenende, weil Mandanten sich erst nach der eigenen Arbeit mit ihrem Anliegen befassen. Ein typisches Beispiel: Eine Erbengemeinschaft koordiniert sich am Sonntagnachmittag und beschließt, am selben Abend mehrere Notariate anzurufen, um einen Erbschein-Termin zu klären. Die Kanzlei, die antwortet, führt das Gespräch, die anderen erfahren nie von der Anfrage.
Gerade bei Immobilienkäufen ist die zeitliche Verfügbarkeit oft an einen Maklertermin am Wochenende gekoppelt. Der Interessent verlässt die Besichtigung mit der Absicht, sofort die Beurkundung anzustoßen. Ein erreichbares Notariat nimmt diesen Impuls auf, ein nicht erreichbares verliert ihn an den Markt.
Der erste qualifizierte Kontakt entscheidet über das Mandat
In der Mandatsanbahnung zählt der erste Kontakt überproportional. Wer als erstes Notariat antwortet, das Anliegen aufnimmt und einen klaren nächsten Schritt benennt, hat die beste Ausgangsposition. Eine verpasste Anrufannahme am Wochenende ist deshalb nicht nur ein unbeantworteter Anruf, sondern ein potenziell verlorenes Mandat.
Warum dauerhafte Telefonbesetzung im Notariat kaum noch leistbar ist
Eine durchgehende telefonische Erreichbarkeit über zusätzliches Personal abzusichern, ist für die meisten Notariate strukturell nicht mehr realistisch, weil die Arbeitslast pro Stelle steigt und das Netz dünner wird. Laut der Bundesnotarkammer (2024) gab es zum 1. Januar 2024 in Deutschland 6.534 Notarinnen und Notare; zum 1. Januar 2026 sank diese Zahl auf 6.205. Weniger Stellen müssen also ein gleichbleibendes oder steigendes Anfragevolumen abdecken.
Parallel wächst die Belastung je Notarstelle deutlich. Laut beck-aktuell (2025) ist die Bedarfszahl, also die Arbeitslast je Notarstelle, von rund 250 auf heute 400 bis 500 gestiegen, je nach Bundesland. Viele ausgeschriebene Notarstellen bleiben unbesetzt; in Schleswig-Holstein war 2024 nur jede vierte ausgeschriebene Stelle besetzt.
Fachkräftemangel trifft auch das Backoffice
Der Engpass beschränkt sich nicht auf die Notarstellen selbst. Auch qualifizierte Notarfachangestellte sind schwer zu gewinnen und zu halten. Eine zusätzliche Schicht nur für die Anrufannahme am Abend oder am Wochenende bindet genau die Kräfte, die ohnehin knapp sind und in der Beurkundungsvorbereitung dringender gebraucht werden.
Die Rechnung geht ohne Automatisierung nicht auf
Die folgende Übersicht stellt die strukturelle Ausgangslage den Mandantenerwartungen gegenüber. Sie verdeutlicht, warum eine rein personelle Lösung an Grenzen stößt.
| Faktor | Befund | Quelle |
|---|---|---|
| Zahl der Notarstellen | 6.534 (2024), gesunken auf 6.205 (2026) | Bundesnotarkammer 2024 |
| Arbeitslast je Stelle (Bedarfszahl) | von rund 250 auf 400 bis 500 gestiegen | beck-aktuell 2025 |
| Vertrauen in den Telefonkanal | 89 Prozent der Konsumenten | Kundenservice Barometer 2024 |
| Erwartete Verbindung am Telefon | 50 Prozent erwarten unter vier Minuten | Kundenservice Barometer 2024 |
| Erreichbarkeit auch in Randzeiten | 41 Prozent telefonisch sogar im Urlaub ansprechbar | Bitkom 2024 |

Wie ein KI-Telefonbot das Notariat 24/7 erreichbar macht
Ein KI-Telefonbot nimmt Anrufe rund um die Uhr entgegen, beantwortet wiederkehrende Standardfragen und qualifiziert das Anliegen vor, sodass das Notariat 24/7 erreichbar ist, ohne eine einzige zusätzliche Personalstunde zu binden. Der Bot führt ein natürliches Telefongespräch, erkennt das Anliegen und ordnet es den typischen Kategorien zu, etwa Beurkundung, Erbschein oder Immobilienkauf.
Wiederkehrende Fragen lassen sich direkt klären: welche Unterlagen mitzubringen sind, wie ein Beurkundungstermin grundsätzlich abläuft oder unter welcher Adresse das Notariat zu finden ist. Komplexere oder beratungsbedürftige Punkte gibt der Bot nicht eigenmächtig wieder, sondern erfasst sie strukturiert für die fachliche Bearbeitung durch das Team.

Vorqualifizierung statt bloßer Anrufannahme
Entscheidend ist der Unterschied zwischen einem schlichten Anrufbeantworter und einer echten Vorqualifizierung. Der Telefonbot nimmt Name, Anliegen, Dringlichkeit und Rückrufwunsch auf und übergibt am nächsten Morgen einen sauber strukturierten Vorgang. Die Notarfachangestellte startet damit nicht beim Abhören einer Mailbox, sondern bei einem bereits sortierten Fall.
Entlastung der Notarfachangestellten im Tagesgeschäft
Auch innerhalb der Sprechzeiten entlastet die Vorschaltung. Wenn der Bot in Spitzenzeiten parallele Anrufe abfängt und Standardanliegen vorab klärt, bricht das Telefon den Mitarbeitenden nicht mehr jede Beurkundungsvorbereitung auf. Die Erreichbarkeit steigt, ohne dass die Konzentration im Backoffice leidet. Das Prinzip einer durchgehenden Erreichbarkeit ist nicht auf Notariate beschränkt: Auch in anderen Branchen zeigt sich, wie KI-gestützte Voicebots einen 24/7-Kundenservice ermöglichen.
Was bei der Einführung im Notariat zu beachten ist
Ein Telefonbot im Notariat muss zur besonderen Vertraulichkeit und zum seriösen Auftritt der Kanzlei passen, weshalb Datenschutz, Tonalität und die klare Grenze zur Rechtsberatung von Anfang an mitgedacht gehören. Der Bot darf Informationen aufnehmen und über den allgemeinen Ablauf informieren, ersetzt aber keine notarielle Beratung und gibt keine rechtsverbindlichen Auskünfte.
Beim Datenschutz gilt der übliche Maßstab: Eine seriöse Lösung verarbeitet personenbezogene Daten DSGVO-konform, und die Server und Daten lassen sich in Deutschland betreiben. Gerade im notariellen Umfeld, in dem es regelmäßig um sensible Vermögens- und Familienangelegenheiten geht, ist dieser Punkt nicht verhandelbar.
Tonalität und Gesprächsführung müssen zum Notariat passen
Ein Anrufer, der gerade einen Trauerfall regelt, erwartet einen ruhigen, zurückhaltenden Gesprächston. Der Bot muss in Wortwahl und Tempo dem Anlass entsprechen und darf nie aufdringlich oder werblich wirken. Die Gesprächsführung wird deshalb auf die jeweilige Kanzlei und ihre typischen Anliegen zugeschnitten.
Fazit: Erreichbarkeit als Wettbewerbsvorteil im Notariat
Erstkontakte im Notariat entstehen zunehmend außerhalb der Sprechzeiten, abends und am Wochenende, weil Mandanten ihre Erb- und Immobilienangelegenheiten nach Feierabend bearbeiten. Gleichzeitig wird das Notar-Netz dünner und die Arbeitslast je Stelle steigt, sodass eine dauerhafte personelle Telefonbesetzung kaum noch leistbar ist. Ein KI-Telefonbot löst diesen Zielkonflikt: Er macht das Notariat 24/7 erreichbar, qualifiziert Anliegen vor und entlastet die Notarfachangestellten, ohne dass zusätzliches Personal nötig ist.
Wer prüfen möchte, wie viele Erstkontakte die eigene Kanzlei außerhalb der Bürozeiten verpasst und welche Anliegen ein Telefonbot abdecken kann, findet in einer kostenlosen Erstberatung von DigiRift in rund 20 Minuten Klarheit darüber, welche Anrufszenarien sich automatisieren lassen, wie die Anbindung an die bestehenden Abläufe aussieht und mit welchem Aufwand realistisch zu rechnen ist.
Quellen
- Bundesnotarkammer (2024): Statistik zur Zahl der Notarinnen und Notare. notar.de/der-notar/statistik
- beck-aktuell, C.H.BECK (2025): Nachwuchsmangel im Anwaltsnotariat und Entwicklung der Bedarfszahl. beck-aktuell.de
- Bitkom e.V. (2024): Hälfte der Berufstätigen trotz Urlaub erreichbar. bitkom.org
- Kundenservice Barometer 2024, Armonia Deutschland GmbH (2024). marketingleiter.today
Häufige Fragen
Warum sollte ein Notariat 24/7 erreichbar sein?expand_more
Wie kann ich mein Notariat 24/7 erreichbar machen, ohne mehr Personal einzustellen?expand_more
Wann rufen Mandanten typischerweise beim Notar an?expand_more
Ersetzt ein KI-Telefonbot die notarielle Beratung?expand_more
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