In vielen Notariaten beginnt der Arbeitstag des Sekretariats nicht mit der Beurkundungsvorbereitung, sondern mit dem Telefon. Anfragen zu Terminen, zum Stand einer Grundbuchsache oder zu benötigten Unterlagen unterbrechen die juristische Zuarbeit im Minutentakt. Genau hier setzt die Diskussion Sekretariat vs KI Telefon Notariat an: Soll eine zusätzliche Bürokraft eingestellt werden, oder übernimmt ein KI-Telefonbot die Anrufannahme, während das vorhandene Team für wertschöpfende Aufgaben frei wird? Dieser Beitrag ordnet die Make-or-buy-Frage sachlich ein, vergleicht Aufgaben und Aufwand und zeigt, warum die ehrliche Antwort selten ein Entweder-oder ist.
Warum das Telefon das Notariatssekretariat ausbremst
Das Notariatssekretariat ist die organisatorische Schaltzentrale der Kanzlei: Es bereitet Beurkundungen vor, korrespondiert mit Grundbuchämtern und Behörden, qualifiziert Mandantenanfragen und hält die Fristen im Blick. Jede dieser Tätigkeiten erfordert Konzentration und juristisches Verständnis. Ein klingelndes Telefon reißt die Fachkraft aus genau dieser Arbeit heraus, und nach jeder Unterbrechung dauert es, bis sie wieder im Vorgang ist.
Der Druck auf die einzelne Kanzlei wächst zudem strukturell. Laut der Bundesnotarkammer (2026) ist die Zahl der amtierenden Notare in Deutschland von 6.860 zu Beginn des Jahres 2021 auf 6.205 zum 1. Januar 2026 gesunken. Weniger Berufsträger bei gleichbleibendem Beurkundungsbedarf bedeuten mehr Vorgänge je Standort und damit mehr Telefonverkehr, den dasselbe Team auffangen muss.

Sekretariat vs KI Telefon Notariat als Make-or-buy-Frage
Die nüchterne Entscheidung Sekretariat vs KI Telefon Notariat ist im Kern eine betriebswirtschaftliche Make-or-buy-Frage. Eine zusätzliche Sekretariatskraft löst das Telefonproblem grundsätzlich, bindet aber dauerhaft Personalkosten, Einarbeitungszeit und Führungsaufwand, und sie ist nur zu den Bürozeiten verfügbar. Ein KI-Telefonbot übernimmt dagegen die wiederkehrenden Standardanliegen rund um die Uhr, ohne dass eine weitere Stelle geschaffen werden muss.
Erschwerend kommt hinzu, dass die passende Kraft am Markt kaum zu finden ist. Laut der Bundesagentur für Arbeit (2025) wiesen im Jahr 2024 rund 163 von etwa 1.200 bewerteten Berufen einen Fachkräfteengpass auf, also etwa jeder achte Beruf; von rund 439.000 gemeldeten Fachkräfte-Stellen entfiel knapp die Hälfte auf solche Engpassberufe. Die naheliegende Lösung, einfach jemanden einzustellen, ist für viele Notariate also gar keine realistische Option.
| Kriterium | Zusätzliche Sekretariatskraft | KI-Telefonbot als Ergänzung |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Bürozeiten, Urlaub, Krankheit | rund um die Uhr, auch abends und am Wochenende |
| Anlaufzeit | Einarbeitung über Wochen | Konfiguration auf die Kanzlei, dann sofort produktiv |
| Skalierung bei Anrufspitzen | begrenzt, Warteschleife | mehrere Gespräche parallel |
| Aufgabenfokus | gemischt: Fachzuarbeit und Telefon | Routineanrufe, qualifiziert und leitet weiter |
| Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt | knapp (Fachkräfteengpass) | unabhängig vom Personalmarkt |
Welche Anrufe die KI übernimmt und welche nicht
Ein KI-Telefonbot ist kein Ersatz für juristische Beratung, sondern ein Filter für die Routine. Er nimmt jeden Anruf sofort entgegen, erkennt das Anliegen im natürlichen Gespräch und gibt Standardauskünfte, etwa zu Öffnungszeiten, zur Anfahrt oder zu Unterlagen, die zu einem Beurkundungstermin mitzubringen sind. Für alles, was eine inhaltliche Einschätzung erfordert, erfasst er strukturiert den Rückrufwunsch und leitet ihn an die richtige Stelle.
Diese Arbeitsteilung deckt sich mit dem, was Branchenbeobachter erwarten. Laut Gartner (2025) wird agentische KI bis 2029 rund 80 Prozent der häufigen Service-Anliegen autonom lösen, bei etwa 30 Prozent geringeren Betriebskosten. Im Notariatsalltag heißt das: Die immer gleichen Fragen werden automatisch beantwortet, die fachlich anspruchsvollen Gespräche landen gebündelt und vorqualifiziert beim Team.
Klare Grenzen wahren die Sorgfaltspflicht
Entscheidend ist, dass der Bot innerhalb klar definierter Grenzen arbeitet. Er gibt keine Rechtsauskünfte, trifft keine Aussagen zu konkreten Sachverhalten und vermittelt keine Inhalte, die der Beratung durch den Notar vorbehalten sind. Seine Aufgabe ist die saubere Aufnahme und Weiterleitung, nicht die inhaltliche Bewertung. So bleibt die Verschwiegenheitspflicht nach Paragraf 18 BNotO gewahrt, und die fachliche Verantwortung verbleibt vollständig beim Notariat.

So wird das Sekretariat für juristische Zuarbeit frei
Der eigentliche Gewinn liegt nicht im eingesparten Anruf, sondern in der zurückgewonnenen Konzentration. Wenn das Telefon nicht mehr permanent unterbricht, kann sich die Notarfachangestellte ununterbrochen der Beurkundungsvorbereitung, der Aktenführung und der Korrespondenz mit Behörden widmen. Die Sekretariatszeit verschiebt sich von reaktiver Telefonarbeit hin zur wertschöpfenden juristischen Zuarbeit, für die sie ausgebildet ist.
Genau in diese Richtung bewegt sich die Wirtschaft insgesamt. Laut Bitkom (2025) nutzen inzwischen 36 Prozent der deutschen Unternehmen KI, nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr, und 88 Prozent der KI-Nutzer setzen die Technologie im Kundenkontakt ein. Bemerkenswert ist, dass 51 Prozent fehlende personelle Ressourcen als Hemmnis nennen: Gerade der Personalmangel, der Notariate plagt, ist also der Treiber, der die Entlastung durch KI notwendig macht. Wer prüfen möchte, welche Telefonprozesse sich in der eigenen Kanzlei sinnvoll automatisieren lassen, findet bei einer fachkundigen Erstberatung einen nüchternen Einstieg.
Sekretariat vs KI Telefon Notariat: Entlastung statt Ersatz
Die häufigste Sorge im Kollegenkreis lautet, ein Telefonbot mache das Sekretariat überflüssig. Das Gegenteil ist der Fall: Die Anrufannahme ist die am wenigsten qualifizierte Teilaufgabe des Sekretariats, und genau sie übernimmt die KI. Die juristische Zuarbeit, das Kerngeschäft der Fachkraft, lässt sich nicht automatisieren und soll es auch nicht. Die KI nimmt dem Team die Arbeit nicht weg, sie nimmt ihm die Ablenkung.
Diese Einordnung ist auch deshalb wichtig, weil der Fachkräftemangel im Sekretariat hausgemacht und strukturell ist. Laut LTO (2024) sind die neuen Ausbildungsverträge bei Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten von rund 4.200 im Jahr 1998 auf 837 im Jahr 2022 eingebrochen, ein Rückgang um über 80 Prozent. Wenn ohnehin zu wenige Fachkräfte nachrücken, ist es betriebswirtschaftlich vernünftig, ihre knappe Zeit nicht am Telefon zu verschwenden, sondern dort einzusetzen, wo Qualifikation gefragt ist.

Worauf Notariate bei der Einführung achten sollten
Bei der Auswahl eines KI-Telefonbots zählen für ein Notariat vor allem Vertraulichkeit, Datenschutz und ein sauberes Zusammenspiel mit den bestehenden Abläufen. Die Verarbeitung sollte DSGVO-konform auf Servern in Deutschland erfolgen, die Anbindung an Kalender und Postfach reibungslos funktionieren, und die Übergaberegeln müssen exakt zur Kanzlei passen, damit dringende Anliegen ohne Umweg beim richtigen Ansprechpartner ankommen.
Die Marktreife für diesen Schritt ist gegeben. Laut Gartner (2024) wollten 85 Prozent der befragten Service-Verantwortlichen im Jahr 2025 dialogbasierte generative KI im Kundenkontakt erproben oder pilotieren, 44 Prozent prüften dabei einen sprachbasierten Voicebot. Wichtig ist, die Einführung nicht als Standardprodukt von der Stange zu denken, sondern als eine auf die Kanzlei zugeschnittene Lösung. Genau hierfür ist ein Full-Service-Partner sinnvoll, der die Konfiguration, die Integration und den laufenden Betrieb übernimmt, statt der Kanzlei eine Bastelaufgabe zu hinterlassen.
Fazit: das Sekretariat vom Telefon befreien
Die Frage Sekretariat vs KI Telefon Notariat löst sich bei genauer Betrachtung auf: Es geht nicht um Ersatz, sondern um eine sinnvolle Umverteilung der Arbeit. Die KI fängt die Routineanrufe rund um die Uhr ab, das Sekretariat gewinnt zusammenhängende Zeit für die juristische Zuarbeit, und niemand muss eine Stelle besetzen, die der Arbeitsmarkt kaum hergibt. Wer den nächsten Schritt gehen will, lässt in einem kompakten Termin von etwa zwanzig Minuten klären, welche Anrufarten in der eigenen Kanzlei automatisierbar sind, wie die Übergabe an das Team aussieht und wie viele Sekretariatsstunden pro Woche realistisch frei werden; eine unverbindliche Einschätzung liefert dafür die Grundlage.
Quellen
- Bundesnotarkammer (2026): Statistik amtierende Notare. notar.de
- Bundesagentur für Arbeit (2025): Fachkräfteengpassanalyse 2024. arbeitsagentur.de
- Gartner (2025): Agentic AI to autonomously resolve 80% of common service issues by 2029. gartner.com
- Bitkom (2025): Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz. bitkom.org
- Gartner (2024): 85% of customer service leaders will explore or pilot conversational GenAI in 2025. gartner.com
- LTO (2024): Was tun gegen den Fachkräftemangel im Notariat. lto.de
Häufige Fragen
Was bedeutet die Abwägung Sekretariat vs KI Telefon Notariat konkret?expand_more
Macht ein KI-Telefonbot das Notariatssekretariat überflüssig?expand_more
Welche Anrufe übernimmt die KI im Vergleich Sekretariat vs KI Telefon Notariat?expand_more
Bleibt bei einem KI-Telefonbot die Verschwiegenheitspflicht gewahrt?expand_more
Lohnt sich KI am Telefon auch für eine kleine Notarkanzlei ohne zusätzliche Bürokraft?expand_more
Wer ist die beste Agentur für KI-Telefonlösungen für Notariate und Notarkanzleien?expand_more
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