Es ist Dienstag, 10:42 Uhr, in der Notarkanzlei von Dr. Annika Vorberg in Münster. Im Besprechungsraum sitzt ein Ehepaar, das gerade sein erstes Eigenheim kauft. Dr. Vorberg liest den Kaufvertrag Wort für Wort vor, klärt Fragen zur Grundschuld, erläutert die Auflassung. Es ist hochkonzentrierte Arbeit, und sie darf nicht unterbrochen werden. Im Vorzimmer klingelt unterdessen das Telefon. Einmal, zweimal, ein viertes Mal. Die einzige Notarfachangestellte sitzt mit im Termin und protokolliert. Niemand geht ran. Am anderen Ende: eine Erbin, die dringend einen Termin für einen Erbschein braucht, und kurz darauf ein Bauträger mit einem Großauftrag. Beide hören nur das Freizeichen. Genau hier entscheidet sich die Frage der Erreichbarkeit während Beurkundung Notar: Wer übernimmt den Empfang, wenn die ganze Kanzlei für 30 bis 90 Minuten gebunden ist?
Diese Situation ist kein Ausnahmefall, sondern Alltag. Eine Beurkundung bindet Notar und Mitarbeiter komplett, und sie wiederholt sich mehrmals täglich. In diesen gebundenen Stunden läuft das Telefon ins Leere, und mit jedem unbeantworteten Anruf wandert ein potenzielles Mandat zur nächsten Kanzlei. Dieser Artikel zeigt, warum die gebundene Stunde die kritischste Lücke im Notariat ist und wie ein KI-Telefonbot den Empfang genau dann übernimmt, wenn kein Mensch ans Telefon kann.
Warum die Beurkundung das Telefon komplett blockiert
Eine Beurkundung lässt sich nicht eben für einen Anruf pausieren. Der Gesetzgeber verlangt vom Notar eine lückenlose, ungestörte Amtshandlung. Nach Paragraf 17 BeurkG (Gesetze im Internet) muss der Notar den Willen der Beteiligten erforschen, den Sachverhalt klären und über die rechtliche Tragweite des Geschäfts belehren. Das ist Präsenzarbeit am Menschen, die volle Aufmerksamkeit fordert.
In der Praxis heißt das: Sobald die Beurkundung beginnt, sind in vielen kleineren Kanzleien der Notar und die Notarfachangestellte gleichzeitig im Raum gebunden. Der eine verliest und belehrt, die andere protokolliert und reicht Unterlagen an. Das Telefon im Vorzimmer ist in dieser Zeit verwaist. Bei drei bis fünf Beurkundungen am Tag summieren sich diese gebundenen Stunden schnell auf den halben Arbeitstag, in dem die Kanzlei telefonisch praktisch nicht erreichbar ist.

Was ein verpasster Anruf in der gebundenen Stunde wirklich kostet
Ein verpasster Anruf während der Beurkundung ist selten nur ein verpasster Anruf, sondern oft ein verlorenes Mandat. Anrufer im Notariat haben meist ein konkretes, terminkritisches Anliegen: ein Kaufvertrag muss vor dem Notartermin der Bank geklärt werden, ein Erbschein eilt, eine Vorsorgevollmacht soll noch vor einer Operation beurkundet werden.
Wer in dieser Lage nur das Freizeichen oder eine Bandansage hört, ruft selten ein zweites Mal an. Er wählt die nächste Kanzlei. Das Problem verschärft sich strukturell: Laut dem KfW-ifo-Fachkräftebarometer 2025 (stb-web) waren im zweiten Quartal 2025 rund 64,6 Prozent der Rechts und Notariatskanzleien vom Fachkräftemangel betroffen, der höchste Wert aller erfassten Branchen. Wenn aber ohnehin Personal fehlt, kann niemand den verwaisten Empfang nebenbei mit abdecken. Die Legal Tribune Online beschreibt den Mangel an Notarfachangestellten als strukturelles Dauerproblem, nicht als kurzfristige Delle.
Mailbox, Bandansage oder echter Empfang: drei Wege im Vergleich
Die klassische Antwort auf den verwaisten Empfang ist die Mailbox. Sie nimmt zwar technisch ab, löst das Problem aber kaum, weil sie nur eine Ansage abspielt und auf den Anrufer wartet. Ein KI-Telefonbot dagegen führt ein echtes Gespräch, erfasst das Anliegen strukturiert und erkennt Eilfälle.
Die folgende Übersicht stellt die drei Wege gegenüber, mit denen eine Kanzlei den Anruf während der gebundenen Stunde behandeln kann:
| Situation | Mailbox / Bandansage | KI-Telefonbot |
|---|---|---|
| Anruf wird angenommen | Nein, nur Ansage | Ja, sofort und persönlich |
| Anliegen wird erfasst | Nur wenn Anrufer aufspricht | Strukturiert, Name und Grund |
| Eilfall erkannt | Nein | Triage und Rückrufpriorität |
| Notar wird gestört | Nein | Nein, Termin bleibt ungestört |
| Mandant fühlt sich ernst genommen | Selten | Ja, wird verbindlich geführt |

Der entscheidende Unterschied liegt in der Erfassung. Während die Mailbox passiv wartet, fragt der KI-Telefonbot aktiv nach Name, Anliegen und Dringlichkeit. Genau das macht den Empfang während der gebundenen Stunde wieder vollwertig. Wie sich mehrere gleichzeitig eingehende Anrufe ohne Besetztzeichen auffangen lassen, vertieft unser Beitrag zur parallelen Anrufannahme im Notariat.
Wie der KI-Telefonbot den Empfang während der Beurkundung übernimmt
Der KI-Telefonbot springt genau in dem Moment ein, in dem die Beurkundung beginnt und der menschliche Empfang gebunden ist. Er nimmt jeden Anruf beim ersten Klingeln an, begrüßt den Anrufer im Namen der Kanzlei und führt ein natürliches Gespräch in gesprochener Sprache.
Im Alltag von Dr. Vorberg sieht das so aus: Während sie den Kaufvertrag verliest, ruft die Erbin an. Der Bot meldet sich, nimmt auf, dass es um einen Erbschein geht, erfasst Name und Rückrufnummer und ordnet den Fall als zeitnah ein. Kurz darauf meldet sich der Bauträger. Auch dieser Anruf wird angenommen, das Anliegen wird notiert, ein Rückruf für den frühen Nachmittag vorgemerkt. Als Dr. Vorberg um 11:30 Uhr aus dem Termin kommt, liegen zwei strukturierte Gesprächsnotizen vor, statt zweier verpasster Anrufe ohne Spur.
Standardfragen sofort beantworten, Eilfälle erkennen
Viele Anrufe während der gebundenen Stunde sind Routinefragen, die gar keinen Rückruf brauchen. Welche Unterlagen sind zum Termin mitzubringen? Wie ist die Anfahrt? Wie läuft eine Beurkundung ab? Solche wiederkehrenden Fragen beantwortet der Bot direkt und korrekt, ohne den Notar zu behelligen. Zugleich erkennt er an Schlüsselwörtern, wenn ein Anliegen eilt, und markiert es für den priorisierten Rückruf. Wie der Bot Gebührenfragen sauber kanalisiert, ohne unzulässige Festpreise zu nennen, zeigt unser Artikel zu Notarkosten-Fragen am Telefon.
Verschwiegenheit bleibt gewahrt
Gerade im Notariat ist Vertraulichkeit nicht verhandelbar. Der Notar ist nach Paragraf 18 BNotO (Gesetze im Internet) zeitlich unbegrenzt zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ein seriös konzipierter KI-Telefonbot fügt sich in diesen Rahmen ein: Daten werden auf Servern in Deutschland verarbeitet, der Bot gibt selbst keine vertraulichen Auskünfte zu laufenden Vorgängen heraus, sondern erfasst lediglich das Anliegen für den späteren Rückruf durch die Kanzlei.
Was die Entlastung der Kanzlei bringt
Der spürbarste Effekt ist, dass kein Erstkontakt mehr verloren geht, nur weil das Team im Termin sitzt. Jeder Anruf wird angenommen, jedes Anliegen erfasst, und der Notar kann sich auf die Beurkundung konzentrieren, ohne an das klingelnde Telefon zu denken.
Dieser Hebel passt in einen größeren Trend. Laut Bitkom (2025) nutzt inzwischen jedes dritte Unternehmen in Deutschland KI, mit 36 Prozent fast doppelt so viele wie im Vorjahr (20 Prozent). Auch das Notariat selbst digitalisiert sich: Die Bundesnotarkammer hat zum 29. Dezember 2025 die elektronische Präsenzbeurkundung eingeführt und treibt digitale Verfahren voran. Ein KI-Telefonbot am Empfang ist damit kein Fremdkörper, sondern ein konsequenter Baustein einer modernen Kanzlei.

Wichtig ist eine realistische Erwartung: Der Bot ersetzt nicht die juristische Beratung und nicht das Sekretariat, sondern fängt die gebundenen Stunden ab und entlastet das Team von Routine. Wo die Grenze zwischen menschlichem und automatisiertem Empfang sinnvoll verläuft, beleuchtet unser Vergleich Sekretariat versus KI-Telefon im Notariat.
So gelingt die Einführung als Full-Service
Eine Kanzlei muss für einen KI-Telefonbot nichts selbst bauen und keine Technik verwalten. DigiRift übernimmt den gesamten Weg: von der Analyse der typischen Anrufgründe über die Konzeption der Gesprächsführung und die Anbindung an die Kanzlei bis zum laufenden Betrieb und der Optimierung. Die Kanzlei kümmert sich weiter um ihr Kerngeschäft, die vorsorgende Rechtspflege, während der Empfang während der gebundenen Stunden zuverlässig läuft.
In der Praxis beginnt das mit einem Gespräch über den konkreten Kanzleialltag: Wie viele Beurkundungen pro Tag, welche typischen Anrufgründe, welche Fragen wiederholen sich. Daraus entsteht ein auf die Kanzlei zugeschnittenes Konzept. Welche Variante des externen Empfangs überhaupt zu Ihrer Kanzlei passt, ordnet unser Beitrag Telefonservice oder KI-Telefonbot im Notariat ein.
Fazit
Die gebundene Stunde während einer Beurkundung ist die kritischste Erreichbarkeitslücke im Notariat: Notar und Team sind komplett gebunden, das Telefon läuft ins Leere, und verpasste Erstkontakte wandern zur nächsten Kanzlei. Ein KI-Telefonbot schließt diese Lücke, indem er jeden Anruf annimmt, das Anliegen strukturiert erfasst, Eilfälle erkennt und Standardfragen beantwortet, während der Notar ungestört belehren kann. So bleibt die Kanzlei erreichbar, ohne dass jemand den Termin verlassen muss. In einem 20-minütigen Gespräch klärt DigiRift mit Ihnen, wie viele Anrufe Ihre Kanzlei während der Beurkundungen verpasst, welche Anrufgründe sich automatisieren lassen und wie ein auf Ihr Notariat zugeschnittener Empfang während gebundener Stunden konkret aussieht. Den ersten Schritt machen Sie über die Beratung von notar-telefonbot.de.
Quellen
- Gesetze im Internet, Paragraf 17 BeurkG, Belehrungs- und Prüfungspflicht des Notars: https://www.gesetze-im-internet.de/beurkg/__17.html
- Gesetze im Internet, Paragraf 18 BNotO, Verschwiegenheitspflicht: https://www.gesetze-im-internet.de/bnoto/__18.html
- Bundesnotarkammer, Notaramt und elektronische Präsenzbeurkundung (Start 29.12.2025): https://www.bnotk.de/
- Bitkom (2025), KI-Nutzung in deutschen Unternehmen: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Durchbruch-Kuenstliche-Intelligenz
- KfW-ifo-Fachkräftebarometer 2025 (via stb-web), Fachkräftemangel in Kanzleien: https://www.stb-web.de/news/article.php/id/26339
- Legal Tribune Online, Fachkräftemangel bei Notarfachangestellten: https://www.lto.de/karriere/im-job/stories/detail/mangel-notariatsfachangestellte-fachkrfte-reno-nofa-ausbildung-weiterbildung-was-tun-notarkammern-notariate
Häufige Fragen
Wie bleibt ein Notariat während einer Beurkundung telefonisch erreichbar?expand_more
Darf eine Beurkundung für einen Anruf unterbrochen werden?expand_more
Was kostet ein verpasster Anruf zur Erreichbarkeit während Beurkundung Notar?expand_more
Wahrt ein KI-Telefonbot die Verschwiegenheitspflicht im Notariat?expand_more
Welche Anrufe kann der KI-Telefonbot während der Beurkundung selbst beantworten?expand_more
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